Pressestimmen
Die Poetik dieses Bilderbuchs für kleine und große Träumer beginnt schon mit der Widmung: "Für all jene, die ihren Fahrschein ins Land der Träume verloren haben. Für all jene, die glauben, nie einen solchen besessen zu haben. Aber auch für Träumer, die den Weg längst kennen."
Patrice Talleur erzählt ihre zauberhafte Geschichte vom Reich der Träume in unserer Zeit.
Die Schatten mit ihrer Hektik aber verstellen die Uhren, so dass den Nachtschwärmern, die den Menschen jede Nacht einen Hin- und einen Rückfahrschein für ihr Reich der Träume zugesteckt hatten, mit dem Austeilen der Fahrscheine nicht mehr hinterher kommen. Das macht Kinder quenglig und selbst die geduldigste Mutter fühlt sich erschöpft. Die kostbare Traumzeit ist so knapp, dass die Nachtschwärmer nicht wissen, wie sie den Kampf gegen die Schatten und für die Träume der Menschen gewinnen können. Bis ihnen im tiefsten Winter ein Zufall zur Hilfe kommt...
Andreas Gaertner hat den Text der einfachen Geschichte liebevoll illustriert. Er spielt ebenso mit einem sanften Übergang zwischen Hell und Dunkel wie mit der Zeichnung der Gestalten. Am Ende kann er sogar den Schatten ihre skurrile Seite abgewinnen.
"Die Nachtschwärmer" sind im Frühjahrsprogramm 2010 des Esslinger-Verlags erschienen. Sie atmen bereits in der ersten Auflage den Sog eines Klassikers.
schreibfeder.deOsnabrücker Zeitung 13.12.2010
Wie schrecklich wäre eine Welt ohne Träume? In der Geschichte „Die Nachtschwärmer“ von Patrice Talleur werden die Menschen ohne ihre Träume unzufrieden, zerstreut, manche sogar bösartig; die Kinder quengelig.
Und alles nur, weil plötzlich die Schatten aufgetaucht sind, die die Träume nicht mögen und sie zerstören wollen. Sie lassen die Zeit rennen, sodass die Nachtschwärmer es nicht mehr schaffen, ihre Fahrkarten ins Traumland auszuteilen (das mit dem Sandmännchen ist nämlich nur ein Märchen). Doch durch einen Zufall haben sie bald eine Idee – „Die Nachtschwärmer“ ist kein reines Kinderbuch, doch wird es Kindern gefallen; es ist auch kein Geschenkbuch, doch ein liebevolles Mitbringsel, das seinem Besitzer Freude bereiten wird. Nicht nur die feine Erzählweise, auch die tollen Illustrationen von Andreas Gaertner, die die Seiten in einer ganz besonderen Art leuchten lassen, machen es zu etwas Besonderem. Patrice Talleur – ein Pseudonym, hinter dem die Kinderbuchautorin Petra Steckelmann steckt – steigt in ihr kleines Werk übrigens mit einer sehr schönen Widmung ein: „Für all jene, die ihren Fahrschein ins Land der Träume verloren haben. Für all jene, die glauben, nie einen solchen besessen zu haben. Aber auch für Träumer, die den Weg längst kennen. Gute Reise!“
Magdalena Hilgefort (Neue OZ)
ajum (Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW)
Bewertung ajum: sehr empfehlenswert
"Die Widmung des Buch verrät es schon. Es ist "Für all jene, die ihren Fahrschein ins Land der Träume verloren haben. Für all jene, die glauben nie einen solchen besessen zu haben. Aber auch für Träumer, die den Weg längst kennen."
Es ist ein Buch, das das Träumen lobpreist, denn eine Welt ohne Träume wäre von Unzufriedenheit gekennzeichnet. Die Kinder würden quengelig werden und nur noch unter Protest ins Bett gehen. Die Erwachsenen wären fahrig, zerstreut, launisch oder gar bösartig. Es zeigt sich wie wichtig es ist, sich Zeit zum Träumen nehmen. Es wird auch deutlich wie fatal es ist, wenn die Uhren plötzlich schneller laufen. Die Sekunden werden wertvoll wie Gold und "eine Stunde unbezahlbar" . Momo und die grauen Herren lassen grüßen.
Die Zeichnungen von Andreas Gaertner sind größtenteils in den Farben der Nacht gehalten, d. h. in braunen, schwarzen und blauen Tönen. Unterbrochen wird dies durch ein magisches Leuchten der Nachtschwärmer und des Mondes. Es entsteht ein Spiel zwischen hell und dunkel. Gelungen lässt Andreas Gaertner die Schatten lebendig werden. Aufgrund der Farbgebung und der z. T. komplexen Zeichnungen ist dies kein Buch für die Jüngsten und auch so manch ein Erwachsener dürfte seine Probleme damit haben einen Zugang zum Buch zu finden. Genaues Hinsehen lohnt sich aber. So kann der Betrachter Kurioses entdecken, wie z.b. die Glühbirne in der Straßenlaterne, die tatsächliche die Form einer Birne hat."
[fs ]
Birgit Karnbach Rezensentin des Borromäusvereins
Bezaubernd illustriertes Bilderbuch über die Bedeutung der nächtlichen Träume.
Während A. Gaertner, Illustrator der surrealistisch verspielten, in Mischtechnik gehaltenen ganzseitigen Bilder ausdrücklich auf sein Vorbild, den 1934 verstorbenen amerikanischen Zeichner Winsor McCay, verweist, erschließt sich die Nähe des Autors Talleur zu Endes “Momo” assoziativ. Sind es in “Momo” die grauen Herren, die durch Zeitdruck ein Leben im Jetzt unmöglich machen, so finden wir hier dunkle Schatten, die die Zeit beschleunigen und es den “Nachtschwärmern” -geschäftigen Knickerbocker-Männlein mit Libellenflügeln- unmöglich machen, den Menschen ihre nächtlichen Traumreisen zu ermöglichen. Durchgehend in dunklen Nachttönen gehalten, die von effektvoll gesetzten Licht-Inseln durchbrochen werden, laden die Illustrationen zu nimmermüdem Betrachten, ja sich verzaubern lassen ein. Der Text ist sehr lang, im Stil nicht einheitlich und bisweilen irritierend, allenfalls für Erwachsene geeignet. Thema und Bilder dagegen eignen sich hervorragend für eine Bilderbuchbetrachtung mit Kindern, die erarbeitende und erzählende Anteile vereint. Hervorragend auch für erwachsene Bilderbuchliebhaber geeignet.
Podcast Bücherbar
Interview mit Patrice Talleur - bitte den Link kopieren ... funktioniert leider nicht anders :-)
http://www.gew-thueringen.de/mp3/buecherbar_039_20110113.mp3
ajum Atbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW / April 2011
Bewertung: sehr empfehlenswert
Was geschieht eigentlich, während wir schlafen? Diese Frage haben sich schon viele gestellt, aber selten wurde sie so zauberhaft beantwortet, wie von Patrice Talleur. In ihrem Bilderbuch verteilen die Nachtschwärmer Fahrkarten ins Land der Träume und wieder zurück. Aber die schöne Traumwelt wird von dunklen Schatten bedroht. Diese haben jedoch nicht mit den cleveren Nachtschwärmern gerechnet…
Draußen ist es still und dunkel. Die Nachtschwärmer haben einiges zu tun. Sie flattern emsig mit einem gefüllten Koffer von Haus zu Haus und verteilen Fahrscheine an alle Traumreisenden. Deren Reise führt über den Zaubersee und der unbestechliche Fährmann nimmt nur diejenigen mit, die einen gültigen Fahrschein haben. Behutsam und gewissenhaft gehen die Nachtschwärmer ihrer Arbeit nach bis in einer sternenlosen Nacht die Stimmen und ihre finsteren Schatten auftauchen. Diese halten nichts von der unnützen Träumerei und sorgen dafür, dass die Uhren schneller ticken, die Tage länger und die Nächte kürzer werden.
Die Nachtschwärmer geraten in Not. Die Zeit reicht einfach nicht mehr aus, um alle Träumer mit Fahrscheinen zu versorgen.
Doch auch die Schatten sind neugierig, was sich im Land der Träume verbirgt. So verstreuen die klugen Nachtschwärmer etliche Hinfahrscheine im Schnee und ohne Rückfahrschein stranden die Schatten "irgendwo im Nirgendwo". Die Traumwelt ist gerettet!
Sehr klangvoll und bildhaft erzählt Patrice Talleur ihre spannende Geschichte, die jeden, der sich darauf einlässt, mitreißt.
Dabei versteht sie es auf besondere Weise sowohl Kinder als auch Erwachsene anzusprechen. Wer genauer hinschaut, kann hinter dieser märchenhaften Gutenachtgeschichte auch Kritik an unserer immer hektischer werdenden Zeit entdecken, in der man von Termin zu Termin hetzt und dem Träumen immer weniger Bedeutung gibt. Dieses Buch lädt ein zum Innehalten und Besinnen.
Genaues Hinschauen sollte auch die Devise beim Betrachten der wundervollen Illustrationen von Andreas Gaertner sein.
Seine Kreidezeichnungen auf braunem Papier spiegeln die nächtliche Stimmung wider und erwecken die Geschichte zum Leben. Dabei setzt er Lichtakzente so gezielt ein, dass man deren Wärme förmlich spüren kann. Der Einblick aus den unterschiedlichsten Perspektiven, die versteckten Symbole und die feinsinnigen Details nehmen den Betrachter mit auf eine Reise, die man so schnell nicht vergisst. Dies ist ein absolut empfehlenswertes Buch für jeden, der gern träumt oder es wieder lernen möchte!
[KaHo Sachsen-Anhalt]
Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendliteratur
Rezension der Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendliteratur – April 2011
Das phantastische Buch „Die Nachtschwärmer“ von Patrice Talleur handelt von den Träumen der Menschen. Die Nachtschwärmer sind funkelnde Männchen, die den Menschen jede Nacht Fahrscheine ins abenteuerliche Land der Träume in die Hand legen. Als Schatten auftauchen, wird das Träumen erschwert und schließlich unmöglich, aber die Nachtschwärmer finden eine Lösung.
Die Autorin zeigt in dem 21 x 16 cm kleinen Buch auf, wie wichtig das Traumland für die Menschen ist. Sie werden unzufrieden, wenn sie nicht dorthin reisen. Das Buch macht Mut, seine eigenen Träume zu bewahren, aber nicht, ohne das „Zurückkommen“ zu vergessen. Der Spannungsbogen überzeugt nicht ganz. Eine Identifikation mit der Handlung scheint schwierig. Der Inhalt lädt eher zum Träumen ein, eignet sich also eventuell als Gute-Nacht-Geschichte. Es bleibt fraglich, ob Kinder im Bilderbuchalter Interesse daran finden.
Die Illustrationen von Andreas Gaertner setzen die Stimmung der Geschichte sehr gut um. Die Farben und Perspektiven lassen den Betrachter sehr gut ein Gefühl für die Situation bekommen. So wirken die Schatten bedrohlich dunkel, währen das Träumeland und die Nachtschwärmer leuchtend Geld und umsorgend erscheinen.
ajum Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW / Juni 2011
“Die Nachschwärmer “ ist eine zauberhafte, magische Geschichte über das Träumen. Poetisch und märchenhaft beschrieben. Sind die Träume wirklich so wichtig? Warum träumen wir? Was könnte passieren wenn wir nicht mehr träumen würden? Keine Zeit für träumen zu haben, das lässt die Menschen sehr unglücklich werden. Warum? Wozu träumen wir? Diese Diskussionspunkt stehen sicherlich in Vordergrund. Und noch etwas: der Glaube daran, dass man das Böse besiegen kann. Man muss nur den Schlüssel zum Erfolg finden. Und vielleicht ist der sogar ganz nah und griffbereit.
Die Illustrationen entsprechen voll und ganz der Geschichte. Sie vermitteln die nächtliche, magisch leuchtende Stille. Sehr empfehlenswert nicht nur für kleine Leser.
[Tetz Nordrhein-Westfalen]
IDS Basel Bern – Oktober 2011 (Angelika Hörnig)
Land der Träume retour: Eine Hinfahrkarte ins Land der Träume, eine Rückfahrkarte nach Hause. Gültig für eine Nacht. Solche Fahrkarten verteilen die Nachtschwärmer an die Schlafenden. Plötzlich tauchen dunkle Schatten auf, die Uhren laufen schneller, böse Geister sind am Werk. Die Nachtschwärmer haben keine Zeit mehr zu den Träumen zu fliegen, aus ihren Koffern fliegen die Fahrscheine davon. Das Reich der Träume, ist es verloren? Die Schattengeister grapschen die verstreuten Fahrscheine, aber das sind allesamt nur Hinfahrscheine. Damit gibt es kein Zurück, die bösen Schatten verschwinden irgendwo im Nirgendwo. Jetzt steigen die Nachtschwärmer in einer Mondnacht auf einen Berg, der Wind bläst ihre Hin- und Rückfahrscheine wieder zu den Träumenden. Die Nacht ist wieder in Ordnung. Die ganzseitigen dunklen Zeichnungen tauchen die Lesenden in die Nacht, das spärliche Mondlicht, das geheimnisvolle Treiben. Die liebevolle Geschichte mit den Traumhelfern, der Fahrt über den Zaubersee in ein Land unbekannter Abenteuer, führt auch wieder zurück in ein gutes Aufwachen. Die Ereignisse greifen in- und umeinander, im Text anspruchsvoll formuliert. Ein aussergewöhnliches Gute-Nacht-Vorlesebüchlein. Ab 5 Jahre.